BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Umgang mit Saatkrähen

Saatkrähen leben in Städten vor allem weil sie sich an menschliche Lebensweise gut anpassen konnten, im Gegensatz zu vielen anderen Tierarten. Dort bessere klimatische Bedingungen und besseres Futterangebot in Form von weggeworfenen Lebensmitteln finden und damit ihr Überleben sichere ist als im Umland. Zudem sind freistehende, hohe Bäume in Parkanlagen und Allen idealer Nistplatz für die Kolonienbrütern.

Schwierig wird das Zusammenleben wenn sich Mensch und Tier Lebensraum teilen. Saatkrähen sind wie alle anderen, wildlebenden Vogelarten vom BNatschG geschützt und dürfen daher nicht getötet werden. Eine Ausnahmegenehmigung vom Jagdverbot kann zwar in Ausnahmefällen von der oberen Naturschutzbehörde erlassen werden, zeigt sich jedoch maximal ein Jahr als wirkungsvolle Eindämmung der Population. Spätestens im zweiten Jahr wird die Individuenzahl durch verstärkte Brut wieder erreicht. Ebenso wenig erfolgreich sind Vergrämung, Aushebung von Nestern und sonstige gewährte Ausnahmen vom Tötungsverbot.

Zielführend ist nach Einschätzung des BUND nur eine Verhinderung des Nestbaus an besonders sensiblen Orten, durch Kurzhalten der Bäume, Flatterbänder etc, wobei hier jährlich nachgebessert und verändert werden muss. Die sehr intelligenten Tiere gewöhnen sich sehr schnell an Abschreckungsmethoden und erkennen ihre Ungefährlichkeit.

Der BUND empfiehlt einen veränderten Umgang mit den Tieren und einer Akzeptanz des Zusammenlebens.

Der kommunaler Seite empfehlen wir eine Unterstützung der stark Betroffenen in Form von kostenloses Abdeckplanen und Waschmarken fürs Auto, finanzielle Unterstützung betroffener Gastronomen bei der Anschaffung von Schirmen oder Sonnensegeln, sowie ein Werben für das Zusammenleben von Mensch und Tier. Evtl. auch durch unterstützende Beobachtungsmöglichkeiten in Form von Nestkameras oder Beobachtungsplattformen in den Bäumen.

Quelle: http://suedpfalz.bund-rlp.de/themen_projekte/natur_und_artenschutz/