Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

Kreisgruppe Suedpfalz

Pressemitteilungen

P R E S S E M I T T E I L U N G

Jahresschlussgedanken des Südpfälzer BUND-Vorstandes: Nachdenklichkeit zu Bauernprotesten nötig

30.11.2019

Südpfalz Zukunftsregion für Solarenergie!

B 10-Ausbau ein neues „Stuttgart 21“?

 

Es sei höchste Zeit, die Sprachlosigkeit zwischen Bauern und Umweltschützern zu beenden. Dazu bedürfe es mutiger Schritte. Berührungsängste seien zu überwinden, damit  -  durchaus auch auf südpfälzischer Ebene  -  ein konstruktiver Gedankenaustausch in Gang kommt. Es gebe nicht wenige Schnittmengen gemeinsamer Interessen. Jeweils die andere Seite als Buhmänner der Nation zu behandeln, führe in eine Sackgasse. Bei der Gedankenlosigkeit der Konsumenten sei anzusetzen. Dies war neben anderem ein beherrschender Tagesordnungspunkt  auf der letzten Vorstandssitzung der BUND-Kreisgruppe Südpfalz im alten Jahr. Es ging um Überblick und Einordnung beherrschender Umweltbrennpunkte in der Südpfalz.

 

Als Groteske gesehen wurde, am Oberrhein, hier besonders unter Offenbach, im auslaufenden Fossilzeitalter weiter Erdöl fördern zu wollen. Im Dezember werden es bereits vier Jahre sein, dass in Paris das hoffnungsvoll stimmende Klimaabkommen beschlossen worden sei. Vielmehr müsse die Südpfalz ein Eldorado der Photovoltaik werden. Im Rahmen des von der Landesregierung geförderten und auf vier Jahre angelegten Projektes „BUND-SolarOffensive“ sucht auch der BUND Südpfalz als „Leuchttürme“ gelungene Umsetzungsbeispiele, um die Wirtschaftlichkeit und Energiewende-Tauglichkeit von PV-Anlagen aufzuzeigen. Solarmodule benötigen pro Kilowattstunde gerade ein Hundertstel an Fläche, die für Bioenergie benötigt wird. Das hat das Potsdam-Institut für Klimaforschung (PIK) ermittelt. Ein bedenkenswerter Kompromiss zwischen Landwirtschaft und Energiebeschaffung sei unter diesem Gesichtspunkt die jüngst in Klingenmünster diskutierte Agro-PV.

 

Sorge bereitet den Umweltschützern mehr denn je der nach wie vor anhaltende, den geltenden Regionalen Raumordnungsplan ignorierende „Flächenfraß“. Dieser tue dem ländlichen von gewerblichem Mittelstand, Ackerbau und Weinbau geprägten Charakter der Südpfalz überhaupt nicht gut. Warum etwa soll das bei Wörth, Hagenbach und Kandel geplante „Interkommunale Gewerbegebiet“ ausgerechnet eine „Entwicklungsachse A 65“ werden? Zukunftsfähigkeit wäre vielmehr gegeben durch Orientierung an einer elektrifizierten, durchgängig zweigleisigen Schienenachse Wörth  -  Neustadt/Wstr.

 

Ein sich aufdrängender Zukunftsgedanke wäre außerdem die Fragestellung: Könnte sich das Milliarden-Projekt B 10-Ausbau im Autobahnmodus nicht in einiger Zeit als ein „pfälzisches Stuttgart 21“ entpuppen?  -  zu teuer, zu nutzlos, zu schädlich? Bei der Bahn ist man heute so weit zuzugeben, dass der Stuttgarter Bahnhof eine falsche Weichenstellung war. Und: Ist es bisher niemand aufgefallen, dass das ganze Getöse um das Tunnelproblem bei Annweiler Seifenblasencharakter hat? Denn dieser Abschnitt steht überhaupt nicht als „vordringlich“ im geltenden Bundesverkehrswegeplan: Realisierung also erst im übernächsten Jahrzehnt.

 

Ulrich Mohr

BUND Südpfalz

Gartenstraße  21

76879 Hochstadt

Tel.: 06347-6630

P R E S S E M I T T E I L U N G

Bellheimer „Westspange“: Straße nicht nur in „weiter Ferne“, sondern reine Utopie

23.11.2019

Falls unsere Naturschutzgesetzgebung noch ernstgenommen wird

Ergänzende Bemerkungen zu RHEINPFALZ-Artikel „Bau der Westspange in weite Ferne gerückt“ (23. 11.)

 

 

Für den Bau der sog. „Westspange“ für Bellheim bedarf es weder eines Verkehrsgutachtens noch eines Schallschutzgutachtens noch irgendwelcher Überlegungen zum Hochwasserschutz. Denn ein solches naturwidriges Vorhaben ist nach geltendem rheinland-pfälzischem, deutschem und Europäischem Naturschutzrecht schlicht nicht durchsetzbar.  Darauf und auf die krass falschen und leicht widerlegbaren Aussagen über das Wachstum von Verkehr, Bevölkerung und Motorisierungsgrad hat der BUND Südpfalz die Verwaltung bereits vor nunmehr zwei Jahren  in einer Stellungnahme hingewiesen.

 

Wir wiederholen hiermit: Die Planungen für die Westspange betreffen zwei Natura 2000-Schutzgebiete, die europarechtlich unter Verschlechterungsverbot stehen. Es geht um das FFH-Gebiet „Bellheimer Wald mit Queichniederung“ und das Vogelschutzgebiet „Offenbacher Wald, Bellheimer Wald und Queichwiesen“. Sie sind einzigartig in Rheinland-Pfalz mit ihrer noch vorhandenen großen Dichte an selten gewordenen Vogelarten. Sie enthalten prioritäre Biotope gemäß § 10 Bundesnaturschutzgesetz.

 

Zum rechtlichen Hintergrund heißt es in § 34 Abs. IV Bundesnaturschutzgesetz:

 

„Können von dem Projekt im Gebiet vorkommende prioritäre Biotope gemäß § 10  Abs. I Nr. 4 BNatSchG oder prioritäre Arten gemäß § 10 Abs. II Nr. 8 BNatSchG betroffen werden, können als zwingende Gründe des überwiegende öffentlichen Interesses nur solche im Zusammenhang mit der Gesundheit des Menschen, der öffentlichen Sicherheit, einschließlich Landesverteidigung und des Schutzes der Zivilbevölkerung oder den maßgeblich günstigen Auswirkungen des Projektes auf die Umwelt geltend gemacht werden. Sonstige Gründe im Sinne des Absatzes II Nr. 1 können nur berücksichtigt werden, wenn die zuständige Behörde zuvor über das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit eine Stellungnahme der Union eingeholt hat“. Brüssel hätte also ein entscheidendes Wort mitzureden.

 

Nach allem, was bisher zu dem Projekt zu hören war, wurde über alles Mögliche geredet und debattiert, zu dieser fundamentalen Festsetzung des Gesetzgebers scheint man sich noch keine Gedanken gemacht zu haben, geschweige denn initiativ geworden zu sein.

 

Neben diesen rein rechtlichen Überlegungen sollte es auch einmal eine Überlegung wert sein, was schon an Basisbelastung für unsere Queichwaldungen alleine aufgrund verschwenderischer Entnahmen von Grundwasser durch landwirtschaftliche Beregnung vorhanden ist.

Ulrich Mohr

BUND Südpfalz

Gartenstraße  21

76879 Hochstadt

Tel.: 06347-6630

P R E S S E M I T T E I L U N G

BUND-Klage gegen Rheinbrücke: Oberverwaltungsgericht Koblenz erklärt Planfeststellungsbeschluss für rechtswidrig

6.11.2019

BUND wird Urteilsbegründung prüfen und sich für die Einhaltung der naturschutzrechtlichen Vorgaben einsetzen

Koblenz, 6. November 2019. Der Landesverband Rheinland-Pfalz des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt, dass der Planfeststellungsbeschluss für eine zusätzliche Straßenbrücke über den Rhein zwischen Wörth und Karlsruhe vom Oberverwaltungsgericht Koblenz für rechtswidrig erklärt wurde. Verwundert zeigt sich der BUND darüber, dass das Gericht die angeführten naturschutzrechtlichen und verkehrlichen Argumente ansonsten als nicht durchgreifend erachtet hat. Der BUND wird nach Zustellung des Urteils die Begründung auswerten und die nächsten Schritte prüfen. „Der vorliegende Planfeststellungsbeschluss ist verkehrs- und klimapolitisch ein falsches Signal. Er ermöglicht eine Ausweitung des Straßenverkehrs und missachtet naturschutzrechtliche Vorgaben der EU. Insbesondere der durch die neue Brücke geförderte transeuropäische Lastwagenverkehr wird für mehr Schadstoffe, Lärm und Klimagasausstoß sorgen“, erklärt Karin Marsiske von der BUND Kreisgruppe Südpfalz. Der BUND hat im Verfahren aufgezeigt, dass das Land Rheinland-Pfalz die in der EU geltende Vogelschutzrichtlinie nicht ordnungsgemäß umgesetzt hat. Daher wird der Verband auch insofern prüfen, ob weitere rechtliche Schritte notwendig sind. „Erst wenn alle Maßnahmen, die für Natur- und Artenschutz vorgesehen sind, umgesetzt wurden und auch funktionieren, kann mit dem Bau begonnen werden. Das bedeutet, wenn zum Beispiel der Purpurreiher sich nicht auf seiner Ausgleichsfläche ansiedelt, wird die Brücke nicht gebaut“, ergänzt Karin Marsiske.

Für Rückfragen:

  • Karin Marsiske, BUND Kreisgruppe Südpfalz, +49 151 12731161

P R E S S E M I T T E I L U N G

Ehrenmitglied und ehemaliger Landesvorsitzender Ulrich Mohr wird 80

Ulrich Mohr bei der „Wir haben es satt“-Demonstration zur Agrarministerkonferenz am 11.4.2019. Foto: Joerg Farys // DIE.PROJEKTOREN

07.11.2019 BUND gratuliert

Ulrich Mohr war von 1989 bis 2001 Landesvorsitzender und seit 2016 Ehrenmitglied des BUND Rheinland-Pfalz, seit 2013 ist er außerdem Träger des Landesverdienstordens. Am heutigen Tag wird er 80. Landesvorsitzende Sabine Yacoub gratuliert ihm zum Ehrentag: „Als ich 2004 zum BUND kam, war Ulrich Mohr nicht mehr Vorsitzender, aber noch als Pressesprecher im Vorstand. Seitdem kenne ich ihn als einen durch und durch politisch denkenden Menschen. Auch wenn er heute keinen offiziellen Vereinsposten mehr besetzt, ist er weiterhin sehr erfolgreich für den BUND in seiner Heimatregion aktiv. Deshalb möchte ich die Gelegenheit nutzen und Ulrich Mohr im Namen des ganzen Verbandes alles Gute wünschen und ihm ein herzliches Dankeschön aussprechen für sein überaus großes und erfolgreiches Engagement.“

Der in Ludwigshafen geborene Pfälzer ist seit 1983 Mitglied im BUND. Bereits 1985 wurde er Vorsitzender der BUND Kreisgruppe Südliche Weinstraße, fünf Jahre später dann Landesvorsitzender. In seinen zwölf Jahren Vorsitz hat er den BUND und den Umwelt- und Naturschutz in Rheinland-Pfalz entscheidend vorangebracht. Er bearbeitete ein breites Themenfeld - vom Artensterben, über das Waldsterben, die Wasserverschmutzung bis hin zu Verkehrslärm und Flächenverbrauch. Dabei ging es ihm nie um die Bekämpfung von Symptomen, er hatte stets die Ursachen im Blick.  Mohr war ein wichtiger Ansprechpartner für Medien und Politik im Land und vertrat den BUND bzw. die Naturschutzverbände in verschiedenen Gremien auf Landesebene, beispielsweise im Rundfunkrat und der Verbraucherzentrale.

Wichtig war Mohr die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. So initiierte er das Interreg-Projekt „Naturschutz ohne Grenzen“, das mit dem elsässischen Verband „Alsace Nature“ umgesetzt wurde. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt seiner Arbeit war und ist das Themenfeld Verkehr und Mobilität. Mohr engagierte sich gegen naturzerstörende Straßenplanungen. Ein großer Erfolg war der Genehmigungsstopp für eine Autobahn, die durch den Bienwald gehen sollte, die sensibelste Niederungswaldgesellschaft Mitteleuropas. Intensiv war und ist Mohrs Engagement gegen den 4-spurigen Ausbau der B10 durch das Biosphärenreservat Pfälzerwald. Hier vertrat er den BUND u. a. in verschiedenen Mediationsverfahren. Neben diesen Aktivitäten setzte Mohr sich aber auch für umweltverträglichere Alternativen ein. So gründete er 1997 den Verein Südpfalz Mobil, der die Verbesserung des ÖPNV in der Region zum Ziel hat.

Zurzeit engagiert Mohr sich als Aktiver des BUND Südpfalz insbesondere für den Grundwasserschutz, ein Thema, das in den kommenden Jahren immer brisanter werden dürfte. Dabei hat er nach wie vor die Öffentlichkeitswirksamkeit der Naturschutzarbeit erfolgreich im Blick.

„Ich bin sehr beeindruckt vom großen Einsatz von Ulrich Mohr und seinen Erfolgen. Im Namen des BUND wünsche ich ihm noch viele gesunde Jahre und freue mich natürlich, wenn er uns weiterhin so tatkräftig unterstützt“, meint Yacoub.

 

Für Rückfragen:

Sabine Yacoub,  0174-9971892

P R E S S E M I T T E I L U N G

Landwirtschaft nicht als Sündenbock hinstellen!

25.10.2019

Achten auf eine Entwicklung, die auch in der Südpfalz eingesetzt hat.

Mit ihren Demonstrationen und ihren grünen Kreuzen haben unsere Bauern in vielen Punkten Recht. Angesichts des Interviews in der RHEINPFALZ vom  24. Oktober meint auch der BUND: Wer sich einmal die Mühe macht, ein objektives Bild von der prekären Lage der bäuerlichen Landwirtschaft und deren Ursachen zu bekommen, der wird sich vor vorschnellen Urteilen hüten. Genauso vorschnell wäre es jedoch, den Umweltschutz und die Naturschützer als Wurzel allen Übels in der heutigen Landwirtschaft an den Pranger zu stellen. Damit wäre man an der falschen Adresse.

Unsere Gesellschaft sollte endlich zur Kenntnis nehmen, dass die Agrarpolitik die Landwirtschaft hierzulande seit Jahrzehnten zielstrebig, rücksichtslos und fortschreitend einer unbarmherzigen Marktideologie unterwirft. Aus dieser Wurzel erklärt sich nicht nur das permanente Höfesterben, sondern auch das inzwischen dramatische Artensterben. Wachsen oder Weichen mag u. U. die Produktion von Konsumgütern beflügeln. Bei der Bereitstellung von Nahrungsmitteln kann das auf die Dauer nicht gut gehen. Es ist ein katastrophaler Nonsens, dass hiesige Bauernhöfe mit Anbaugebieten in ganz anderen Klimazonen einträglich konkurrieren können sollen. Und die Aufforderung, die deutsche Landwirtschaft habe für den Weltmarkt zu produzieren, ist nicht nur weltfremd, sie ist blanke Ideologie.

Zu diesem globalen und ruinösen Konkurrenzdruck kommt der verheerende Druck von marktwirtschaftlich nicht mehr unter Kontrolle zu bringenden Nahrungsmittelkonzernen, die die Erzeugerpreise erbarmungslos immer weiter in den Keller drücken. Das führt - in Verbindung mit der Haltung „Geiz ist geil“ - zwangsläufig zunächst in eine extreme Extensivierung und schließlich, wenn diese nicht mehr existenzsichernd ist, zur Hofaufgabe. Das aber ist so gewollt. Die Politik sagt es nicht, aber sie will es so.

Ihr Leitbild sind offensichtlich die Riesenagrarbetriebe im Osten, übergangslos entstanden aus den vorgefundenen sozialistischen Großstrukturen, den ehemaligen LPG  -  meistens im Besitz von landwirtschaftsfremden, aber finanziell potenten Kreisen. Für einen umweltschonenden Umgang mit der Natur oder für überschaubare Familienbetriebe ist da kaum noch Platz. Aber die Hauptmasse der Agrarsubventionen der EU (GAP) fließt ausgerechnet dorthin. Ähnliches droht spästestens nach einer Generation, wenn diese Agrarpolitik so konsequent wie bisher fortgesetzt wird, den Agrarlandschaften der Südpfalz. Vorbote dafür ist die um sich greifende Praxis des Gemüseanbaus in der Südpfalz mit seinem robusten Umgang mit den Ackerböden und mit seinem Raubbau am Grundwasser  -  auf bereits Quadratkilometer großen Flächen.

Und die Politik? Sie schaut zu und tut nichts. Das gleiche gilt für die in die Politik gut vernetzten Verbandsspitzen.

Ulrich Mohr

 

P R E S S E M I T T E I L U N G

Mündliche Verhandlung der Klage gegen Rheinbrücke beim Oberverwaltungsgericht Koblenz:

13.09.2019

BUND informiert über aktuellen Stand der Rechtsverfahren und bekräftigt Kritik

Karlsruhe/Wörth. Rund vier Wochen vor der mündlichen Verhandlung der Klage des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz e.V. gegen die so genannte „2. Rheinbrücke“ Wörth – Karlsruhe informiert der Umweltverband über den aktuellen Stand der Rechtsverfahren. Ab dem 9. Oktober wird die vom BUND im März 2018 eingereichte Klage vor dem Oberverwaltungsgericht in Koblenz verhandelt. Die Klage wurde mit Unterstützung beauftragter Fachgutachter begründet. Die Vertreter des BUND sowie seine Bündnispartner halten gerade auch vor dem Hintergrund der Klimakrise und des Artensterbens den Stopp dieses Straßenbauvorhabens für geboten und sehen gute Chancen vor Gericht.

Für die Kreisgruppe Südpfalz des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erklärt Karin Marsiske: “Nicht mehr, sondern weniger Straßenverkehr ist die richtige Antwort auf die Klimakrise, auf Luftverschmutzung und Verlärmung der Landschaft. Letzte Rückzugsgebiete bedrohter Arten in den Rheinauen müssen geschützt und dürfen nicht für neue Straßen geopfert werden. Mit der Klage beim Oberverwaltungsgericht wollen wir diese für Mensch, Umwelt und Natur gleichermaßen schädliche Straßenplanung stoppen. Gleichzeitig setzen wir uns dafür ein, dass der Schienenverkehr endlich und so schnell wie möglich ausgebaut wird: zweites Gleis Wörth-Winden, Elektrifizierung Wörth-Neustadt, ganztägiger Halbstundentakt auf der Strecke Wörth - Germersheim mit Taktverdichtung in der Hauptverkehrszeit unter Einbeziehung der Rhein-Necker-S-Bahn S3 in beide Richtungen. “

Dr. Dirk Herrmann, vom BUND bevollmächtigter Rechtsanwalt erinnert: „Seit Beginn des Verfahrens rügen wir, dass die Aufspaltung des Vorhabens in zwei Abschnitte, die jeweils in der Mitte des Rheins enden, unzulässig ist. Das Bundesverwaltungsgericht hat festgestellt, dass jeder Abschnitt eine selbständige Verkehrsfunktion erfüllen muss. Eine halbe Brücke bis zur Strommitte kann dies selbstverständlich nicht erfüllen.“ Durch diese Aufspaltung sowie das fehlende Raumordnungsverfahren in Baden-Württemberg sei das Verfahren als rechtsfehlerhaft anzusehen.

Weiterhin sei das Vorhaben nicht mit dem Artenschutz- und Gebietsschutzrecht vereinbar: „Die Straßenplanung verursacht erhebliche direkte Flächenverluste bzw. störungsbedingte Verschlechterungen in den beiden betroffenen EU-Vogelschutzgebieten. Die erteilten Ausnahmen sind fehlerhaft und somit nicht geeignet, die Eingriffe zuzulassen.“

Für den Bürgerverein Nordstadt charakterisiert Christian Büttner die Planung wie folgt: „Zweifellos ist die gegenwärtige Verkehrssituation im Raum Karlsruhe negativ zu bewerten. Autos und Lastkraftwagen beanspruchen viel Platz, Straßen zerschneiden Stadt und Umland und belasten die Menschen mit Lärm und Abgasen. Mit der Planung für die so genannte 2. Rheinbrücke wurden Erwartungen für eine Entlastung geweckt, beispielsweise für die lärmgeplagten Anwohnerinnen und Anwohner der Südtangente. Die vorliegenden Gutachten belegen jedoch, es sind keine hörbaren Lärmentlastungen zu erreichen. Tatsächlich würde durch die neue Straßenbrücke der Zustrom von LKW und PKW nach Karlsruhe sogar noch gefördert und weitere Wohngebiete durch die angestrebte Anbindung der sogenannten 2. Brücke an die B36 z.B. in Knielingen und Neureut belastet. Das Ziel muss dagegen heißen: weniger motorisierter Straßenverkehr für mehr Lebensqualität!“

Die Ziele der Hardtwaldfreunde beschreibt Dr. Dirk-Michael Harmsen: „Schutz für den Hardtwald, keine Nordtangente Karlsruhe. Mit dem Bau der so genannten 2. Rheinbrücke und der in Planung befindlichen Anbindung an die B 36 würden zwei Bausteine des Westteils der Nordtangente Karlsruhe mit Beton in die Landschaft gegossen. Mehr Straßen und schließlich eine Autobahnschneise durch den Hardtwald sind keine Antworten auf heutige Bedürfnisse oder die Lebensansprüche zukünftiger Generationen. Doch noch immer gibt es in unserer Region Befürworter der Nordtangente und damit einer Verkehrspolitik des vergangenen Jahrhunderts. Die Hardtwaldfreunde engagieren sich deshalb im Widerstand gegen die „2. Rheinbrücke“ und gegen alle Bestrebungen, mittels einer Salamitaktik die Nordtangente Karlsruhe doch noch zur Umsetzung zu bringen.“

Zusammenfassend stellt Armin Gabler, Vorsitzender des BUND Regionalverbands Mittlerer Oberrhein, fest: „Das große Ausmaß der drohenden Naturzerstörung, die zusätzliche Belastung der Bevölkerung durch Lärm und Abgase sowie die festgestellten massiven Rechtsfehler haben uns bewogen, Klage gegen diese Straßenplanung zu erheben. Inzwischen haben wir viel Zeit und Geld in die Rechtsverfahren gesteckt, um unsere Klagechancen zu erhöhen. Naturschutzfachliche Gutachten und juristische Beratung haben bereits erhebliche finanzielle Mittel benötigt. Auch in Zukunft werden wir professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen müssen. Wir wollen den Erfolg der Klage. Deshalb müssen wir jetzt investieren, um den Erfolg zu sichern. Unsere Unterstützer werden wir deshalb weiterhin um Geldspenden bitten.“

Für Rückfragen:

Hartmut Weinrebe, Regionalgeschäftsführer: Tel. 0721 35 85 82, bund.mittlerer-oberrhein@bund.net

P R E S S E M I T T E I L U N G

Langenberg-Brücke und mögliche Autobahn:

04.07.2019

BUND hat bestehende Autobahnbreite abgemessen

Das „Gespenst“ ist keineswegs gebannt. Aufgrund eigener Messung widerspricht der BUND einer diesbezüglichen Aussage von Martin Schafft, Leiter des LBM Speyer. Dieser hatte zu der geplanten Brücke beim Forsthaus Langenberg gesagt: „Die jetzt geplante lichte Weite mit 26 m ermöglicht keinen vierspurigen Querschnitt mehr“ ( vgl. DIE RHEINPFALZ v. 24. Juni 2019).

Dieser Aussage widersprechen deutlich die Fakten. Nach LANIS-Messtool hat die Bundesautobahn A 65  vor der Brücke bei Erlenbach  -  bei einer Fehlerquote von + / -  1 Meter  -   eine maximale Breite von 20 Metern, gemessen von Grünstreifen zu Grünstreifen. Sogar die mit Regelquerschnitt 26 Meter (RQ 26) im Autobahnmodus vom gleichen LBM als „Pfälzerwald-Autobahn“ auszubauende B 10 würde unter die Langenberg-Brücke passen.

Auch angesichts einer aus Klimaschutzgründen zu meisternden Verkehrswende ist es kein Trost, im gleichen RHEINPFALZ-Artikel und vom rheinland-pfälzischen Verkehrsminister zu erfahren, dass bis 2030 keine Bienwald-Autobahn kommen werde. Ein gutes Jahrzehnt bis dahin ist nicht viel Zeit für die heute Lebenden, die eigentlich vertrauenswürdigere Aussagen amtlicherseits verdient hätten.

 

Ulrich Mohr

BUND Südpfalz

P R E S S E M I T T E I L U N G

Verkehrsknoten Langenberg: „Bienwald-Engpass“ (A. Zeller) erhalten!

14.06.2019

Kandel wichtige Fragen nicht oder ausweichend beantwortet. Bienwald-Autobahn droht weiter

Im Nachgang zu der Kandeler Informationsveranstaltung am 4. Juni zum Verkehrsknotenpunkt Langenberg positioniert sich der BUND Südpfalz im Kern mit  der lapidaren Aussage des früheren Regionalpräsidenten Adrien Zeller. Der Elsässer Politiker warnte vor ein paar Jahren vor einer Beseitigung des „Bienwald-Engpasses“; der sei ein wirksames Mittel gegen das bedrohliche Anschwellen des linksrheinischen LKW-Transits. Exakt diese Warnung wird nun in den Wind geschlagen, wenn ohne Rücksicht auf betroffene Bevölkerung, Landschaft und Natur das vorgestellte Brückenbauwerk durchgesetzt werden soll. Die Maßnahme ist weder im rechtsverbindlichen Raumordnungsplan (LEP IV und Regionaler Raumordnungsplan) vorgesehen, noch sieht der Bundesverkehrswegeplan eine vierspurige Trasse vor, die als Autobahnlückenschluss zwischen der französischen A 35 und der deutschen A 65 unter der entsprechend dimensionierten Brücken hindurchgeführt werden könnte.

Das Vorhaben soll insgesamt ca. 110.000 qm (=11,1 ha) beanspruchen, davon 89.000 qm (= 8,9 ha) Wald des Naturschutzgroßprojektes Bienwald mit seinen unter europäischem Schutz stehenden Flächen. Offen bleibt, was dazu die europäische Kommission sagt und wie überhaupt ein ernst zu nehmender Ausgleich machbar ist. Es bleibt im Dunkeln, welche rechtlichen und fachlichen Maßstäbe und Kriterien der Landesbetrieb Mobilität (LBM) anlegt, wenn er sich lt. RHEINPFALZ zu der Aussage versteigt, Erhaltungsziele seien bei dieser Flächenverschwendung „nicht erheblich beeinträchtig“.

Ins Feld geführtes „ständiges Auffahren und Bremsen“ bei einer Kreisellösung muss kein nennenswertes Problem sein, wenn sich Verkehrsteilnehmer an Geschwindigkeitsbegrenzungen halten; insbesondere LKW´s dürfen auf Bundestraßen sowieso nur 60 km/h fahren.

Rätselhaft muss auch bleiben, warum der Vergleich mit den Kreiseln auf den Bundestraßen zwischen Landau und Speyer zurückgewiesen wird, wo doch dort bei noch merklich höherem Verkehrsaufkommen dennoch Kreisel vorkommen oder neu gebaut werden. Dort verzichtet man doch auch auf autobahnkleeblattähnliche Lösungen  -  oder schwebt den Planern bei Hochstadt oder Essingen für die Zukunft ebenfalls solche Verkehrsgigantomanie vor?

Wer eigentlich ist „Verursacher des Verkehrs“ (Martin Schafft, LBM)? Ist die ständig wachsende Überflutung unserer Straßen ein Naturgesetz oder sind es z. T. die Planer selbst, die für immer neue Verkehrsfluten die Schleusen öffnen? Was ist dran an dem Satz „Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten“?

Der LBM und das ewige Planungsbüro Modus Consult meinen immer noch, als brave und fürsorgliche Hausväter für kommende Verkehrsmassen planen zu müssen. Angesichts vieler Zeichen am Horizont sollten sie jetzt nicht eher  -  zusammen mit der unendlich sich schwer tuenden Politik  -  und mit dem Pariser Klimaabkommen im Rücken  -  einen anderen Verkehr planen? In den Freitagsdemos schreien Kinder und Jugendliche aus Angst um ihre Zukunft nach einer anderen Politik. Auf diese Problemlage ist auf der Kandeler Veranstaltung überhaupt keine Antwort gegeben worden.

Für eine menschen- und naturverträgliche Lösung auf der B 9 im Bienwald macht der BUND  -  nicht zum ersten Mal  -  folgende Vorschläge:

  • Drei leistungsfähige Kreisel: An der Autobahn bei Kandel, Langenberg-Kreisel, Büchelberg-Kreisel (bezahlbar und schnell realisierbar).
  • Stationäre Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen analog der Karlsruher Südtangente.

Beides wäre ein merklicher Beitrag zu Sicherheit und Klimapolitik.

In diesem Zusammenhang muss Folgendes zusammengesehen werden: Mit der „Pfälzerwald-Autobahn“ B 10 soll am Ende – gemäß Bundesverkehrswegeplan  -  eine Armada von ca. 10.000 LKW von den Nordseehäfen und Benelux nach Süddeutschland geschleust werden, die  dank einer nach wie vor sich abzeichnende Bienwald-Autobahn mit LKW-Massen aus Südwesteuropa sich kreuzen werden. Schöne Aussichten für die Pfalz!  -  Ihre Menschen, den Bienwald und das einst unzerschnittene Biosphärenreservat Pfälzerwald. So sieht Klimapolitik nicht aus.

Ulrich Mohr

BUND Südpfalz

P R E S S E M I T T E I L U N G

Widerstand gegen Ölbohrungen in der Südpfalz

25.01.2019

 

Besser: Windräder auf Äcker und Solarzellen auf Scheunendächer!

BUND appelliert an Landwirtschaft, Bauernverband und Kreispolitik

 

OFFENBACH SÜDPFALZ. In der Südpfalz soll eine neue Ölindustrie entstehen. Der BUND Südpfalz registriert dankbar und mit Anerkennung, dass es noch Landwirte gibt, die selbst gegen verlockende Pachtangebote nicht bereit sind, Ackerland in der freien Flur für Ölbohrungen und alle damit verbundenen einschneidenden Infrastrukturmaßnahmen preiszugeben. In einem konkreten Fall geht es um das Vorhaben der Firma Neptune Energy, die im südpfälzischen Offenbach auf der Suche ist nach zu versiegelnden Flächen mit einer Abmessung ab 20.000 qm (= 2 ha) für eine Mindestpachtdauer von 20 Jahren. Verbunden wäre das Vorhaben mit einer kompletten Infrastruktur aus Strom- und Wasseranschluss, Containergebäuden und Straßenanbindung. Alles, damit täglich ca. 500 Tonnen Rohöl aus 2500 Metern Tiefe gefördert und mit ca. 20 täglichen LKW abtransportiert werden können. Außerdem werden Kapazitäten zur Zwischenlagerung von Rohöl benötigt.

 

Der BUND ruft den Bauern der Südpfalz deshalb zu: Nehmt Euch ein Beispiel an dem Offenbacher Landwirt! Wenn ihr schon etwas für eine zukunftsfähige Energieversorgung tun wollt, dann bleibt standhaft und lasst lieber ein paar Windräder auf euren Äckern oder doch zumindest Solarzellen auf euren Scheunendächern zu! Diesem Aufruf sollten auch Bauernverband, Kommunal- und Kreispolitikpolitik Gehör verschaffen. Zu fragen ist zudem, welche Auffassung die Landwirtschaftskammer angesichts dieser geplanten weiteren Entwertung landwirtschaftlicher Produktionsfläche vertritt. Es bedarf starker Bündnisse, da gegen das gültige rigide Bergrecht nur schwer anzukommen ist. Vorrang aber haben muss aus existenziellen Gründen der Pariser Klimapakt und das noch zu verabschiedende Klimagesetz der Bundesrepublik Deutschland.

 

Der Appell des BUND erfolgt vor dem Hintergrund, dass derzeit im Oberrheingraben gewissermaßen das letzte Gefecht für fossile Brennstoffe ausgefochten werden soll. Allenthalben soll daher auch wieder Südpfälzer Erde durchlöchert werden. Die Fa. Wintershall will bis zu sechs Löcher um die Stadt Landau herum anlegen. Die „Toskana Deutschlands“ verträgt das aber nicht. Und Vorrangflächen für die Landwirtschaft haben tabu zu bleiben für flächenzehrende Industrialisierung. Die Südpfalz soll ländlicher Raum bleiben.

 

Vor allem auch sind Bohrungen dieser Art ein schwerer Eingriff im Bereich des für die Trinkwasserversorgung wichtigen sowohl oberflächennahen als auch des Tiefengrundwasserleiters, wo es zu schweren und nicht mehr rückgängig zu machenden Störungen kommen kann. Zu fragen ist darüber hinaus: Was ist eigentlich bekannt über das von solchen Bohrungen betroffene Grundwasserökosystem, wie z. B. seine genaue Beschaffenheit, seine Vernetzung, Größe und Durchflussgeschwindigkeit? Was sagt das Landesamt für Ökologie? Wer würde  -  falls es zum offenen Konflikt kommen sollte und staatliche Behörden wieder einmal ein Auge zudrücken würden  -  ein unabhängiges und lückenloses Grundwassermonitoring durchsetzen? 

Ulrich Mohr

P R E S S E M I T T E I L U N G

Kommt Naturschutz unter die Reifen?

20.02.2019

 

„Wie kann man so doof sein . . .?“

 

BORNHEIM / SÜDPFALZ. Was sich zwischen Oktober 2014 und Februar 2019 in der Bornheimer Kommunalpolitik zum Thema Erweiterungspläne der Firma Michelin abgespielt haben mag, ist ein Lehrstück darüber, wie Politik und Gesellschaft mit den verbliebenen Schätzen unserer heimischen Natur umspringen  -  trotz riesiger Meldungen zum Artensterben in allen Medien: 2014 wurde vom Gemeinderat einstimmig abgelehnt, jetzt ist die  -  wenn auch knappe  -  Zustimmung da. Unter anderem durch hinter den Kulissen zielstrebig betriebenen Schaffung vollendeter Tatsachen in Form von Grundstückerwerb durch Michelin; was vom Ortsbürgermeister als „eine neue Situation“ bezeichnet wird.

 

Ausgelöst von der aktuellen Berichterstattung durch die heutige DIE RHEINPFALZ- Ausgabe stellen sich für den BUND etwa folgende Fragen:

 

·         Warum beschreibt vor wenigen Wochen Ortsbürgermeister Dr. Keilen im Amtsblatt der Verbandsgemeinde Offenbach mit glühenden Farben unter der Überschrift „Natura 2000 südlich der Hornbachstraße   -  eine Verpflichtung für Bornheim“ den Reichtum an Pflanzen und Tieren eines Areals, zu dem auch die von Michelin beanspruchten 10 Hektar gehören, und zitiert dabei E. v. Hirschhausen mit dem Satz: „Wie kann man so doof sein, seine eigene Lebensgrundlage zu zerstören?“ Was nun? -  Gewerbesteuer oder Natur?

·         Warum muss Bornheim, dessen relativ kleine Gemarkung schon jetzt von gewerbesteuerpflichtigen Betrieben zugepflastert ist, immer noch weiter Natur unter Beton begraben? Die anderen verbandsgemeindeangehörigen Gemeinden Essingen und Hochstadt leiden unter ausbleibender Ansiedlung von Gewerbe.

·         Hat man sich im Bornheimer Gemeinderat keine Gedanken darüber gemacht, welche LKW-Flut zusätzlich zu den täglichen 200 LKW-Ladungen auf Südpfälzer Straßen zurollen wird? Geben nicht einige Logistik-Centers in der Nähe dafür einen Vorgeschmack? Sind wir in der Südpfalz nicht schon bald Industriegebiet und gar nicht mehr ländlicher Raum?

·         Wird der Flächenbedarf der Firma Michelin mit der Bornheimer Erweiterung für alle Zeiten gestillt sein? Wird nicht wegen des gewollten Bedeutungszuwachses des pfälzischen Standorts von Michelin nicht früher oder später weiterer Flächenbedarf nachgeschoben werden?  -  Mit dem Argument an die Gemeinderäte „Wer schon einmal A gesagt hat, der muss jetzt auch B sagen“.

·         Wie sittenwidrig ist es eigentlich, unbeeindruckt von der Ablehnung im Jahr 2014 dennoch still und heimlich Land aufzukaufen?

·         Wie intelligent ist es eigentlich, messerscharf zu schließen, jeder fahre doch Auto und benutze Autoreifen, also müsse Bornheim ein Reifenlager haben? Und wen von den Bornheimer Entscheidern hat schon die Tatsache umgetrieben, dass ein Großteil der gesundheitsschädlichen Feinstäube von Autoreifen kommt? Wie wäre es, der Firma ein alternatives, umweltfreundlicheres Produkt abzuverlangen? Das soll es schon geben.

·         Wurde überhaupt bedacht, dass auch der Offenbacher Verbandsgemeinderat beschließen muss und für eine Änderung des Flächennutzungsplanes zuständig ist?

·         Die Landräte der Südpfalz profilieren sich neuerdings mit Natur- und Umweltschutz. Wie passt das Bornheimer Vorhaben zu diesem neuen Grünton in der Kommunalpolitik?

 

Für die Berichterstattung festzustellen ist: Nabu und BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland)  sollten nicht immer wieder verwechselt werden. 

Ulrich Mohr

BUND-Bestellkorb