Willkommen bei der BUND Kreisgruppe Südpfalz

Kreisgruppe Suedpfalz

Willkommen bei der BUND Kreisgruppe Südpfalz

Wir gratulieren Ilse und Armin Osterheld!

2.9.2020, Mainz. Heute erhielt das Ehepaar Osterheld für außerordentliches Engagement im Natur- und Umweltschutz die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz

Familie Osterheld bei der Verleihung der Verdienstmedaille durch Umweltministerin Ulrike Höfken  (Foto: © MUEEF)

Die BUND Landesvorsitzende Sabine Yacoub gratuliert: „Es freut mich sehr, dass Ilse und Armin Osterheld diese Ehrung erhalten haben. Und ich bin stolz darauf, dass sie seit Jahrzenten im BUND aktiv sind. Sie haben unseren Verband durch ihre Akvitäten, aber auch durch ihre herzlichen Persönlichkeiten geprägt. Besonders beeindruckt mich, dass sie in so vielen Bereichen sehr engagiert waren und sind.“

Insbesondere im Schutz unserer Wälder und in der Entwicklung der naturnahen Waldbewirtschaftung haben sich die Osterhelds verdient gemacht. So hat Armin Osterheld in den 1980er Jahren durch einen Film auf das Waldsterben aufmerksam gemacht und die Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) mitbegründet.

Weitere wichtige Arbeitsschwerpunkte sind der Einsatz für nachhaltige Verkehrskonzepte und gegen die Zerschneidung der südpfälzer Landschaft und der Einsatz für regenerative Energien. Und auch sozial sind Ilse und Armin Osterheld engagiert. So haben sie von 1997 bis 2009 junge Menschen im Freiwilligen Ökologischen Jahr betreut. 1992 haben sie die Flüchtlingshilfe Vorderweidenthal e.V. als humanitäre Soforthilfe im Jugoslawien-Konflikt iniiert und in den Jahren 1992 bis 2002 insgesamt 20 Hilfskonvois auf den Balkan organisiert.

Eine Übersicht der vielen Projekte und Aktivitäten der Osterhelds finden sie hier, außerdem haben wir die Reden von Ilse und Armin zum Lesen hinterlegt.

P R E S S E M I T T E I L U N G

Abfallpolitik ist Daseinsvorsorge: Kein Verkauf der Müllverbrennungsanlage (MVA) Pirmasens!

„Alleine angesichts der in den zurückliegenden mehr als zwanzig Jahren zu viel bezahlten, da nicht leistungsgerecht den Bürgern*innen abverlangten, –zig Millionen Gebührengelder muss sich die demnächst zusammentretende ZAS-Versammlung einen Ruck geben  -  weg von veralteten ideologischen Positionen. Wir vertrauen auf Ihre Bereitschaft, dieses Thema noch einmal gründlich zu überdenken.“ (vgl. Anhang!).

 

Mit dieser Passage schließt ein Schreiben, das die Umweltorganisation BUND anlässlich der anstehenden Entscheidung um die Zukunft der Müllverbrennungsanlage Pirmasens-Fehrbach in gleichem Wortlaut an die Verwaltungsspitzen der sechs im Zweckverband Abfallverwertung Südwestpfalz (ZAS) zusammengeschlossenen Gebietskörperschaften letzte Woche verschickt hat. Die Adressaten sind die Oberbürgermeister der Kreisfreien Städte Landau, Pirmasens und Zweibrücken sowie die Kreischefs der Landkreise Germersheim, Südliche Weinstraße und Südwestpfalz.

 

Aufgrund der allgemein bekannten verheerenden Fehlentwicklung seit Inbetriebnahme der MVA Ende der 90-er Jahre drängt die Umweltorganisation wie von Anfang an auf Überführung der Einrichtung in kommunale Regie. Bekannter Stein des Anstoßes ist die horrende Überkapazität der Anlage und deren privatwirtschaftlich auf maximale Rendite ausgelegte Unternehmenskonstruktion. Müllverbrennungsanlagen sind dem Vernehmen nach meist in kommunaler Hand. Denn sie sind Bestandteil der öffentlich zu verantwortenden Daseinsvorsorge. Die gewählten Vertreter in den Gemeindeparlamenten sind demokratisch legitimierte und gegenüber der Bürgerschaft verantwortliche Kontrollinstanz. Nur so können leistungsgerechte und bezahlbare Gebühren gesichert werden. Der organisatorische Aufwand ist zu bewältigen.

 

Unter kommunaler Regie könnte der entstandene extreme und umweltschädliche Mülltourismus, den die Pirmasenser Anlage bisher durch ihre Überkapazität ausgelöst hat, eingedämmt werden durch Stilllegung einer der beiden Verbrennungsstraßen. Die Pirmasenser Anlage hat ihren ursprünglichen kommunalpolitischen Sinn verloren, wenn gerade noch ein Drittel des zu verbrennenden Materials von den ZAS-Bürgern gelieferter Restmüll ist.

 

Trotzdem besteht die Gefahr, dass der ZAS noch einmal zum Nachteil der Gebührenzahler und der Umwelt ein zweites Mal in die Privatisierungsfalle tappt. Womit alles beim Alten, sprich Mülltourismus, bleiben wird. Die Renditeerwartungen des Privatinvestors werden letztlich doch wieder die Gebühren nach oben treiben und die Ohnmacht der Politik vorführen. Schon in der Vergangenheit war die Pirmasenser Anlage mit ihren bundesweit einmalig hohen Müllgebühren Gegenstand kritischer Berichterstattung in den großen Medien. Mit dem Verkauf würde die ZAS-Versammlung die Kontrolle über Gebühren und Umweltstandards erneut am Werkstor abgeben. Eigentlich müssten die Zeiten kopfloser Privatisierung vorbei sein. Dafür sprechen vielfältige Erfahrungen, die sich auch in der pfälzischen Provinz herumgesprochen haben müssten.

 

Der BUND Rheinland-Pfalz hatte in den 90-er Jahren erstaunliche 46.000 Einwendungen gegen die Planungen für die Pirmasenser MVA vorlegen können. Vor dem Neustadter Verwaltungsgericht hatte er mit seiner Klage gegen die Überdimensionierung zunächst Recht bekommen. Erst das Koblenzer Oberverwaltungsgericht entschied, sichtlich mit Ach und Krach, dass die überdimensionierte Anlage hinzunehmen sei.

P R E S S E M I T T E I L U N G

Cross-Docking-Center in Essinger Gewerbegebiet:

Raumordnung Südpfalz Quo vadis? 03.07.2020

In der BUND-Kreisgruppe Südpfalz fragt man sich wie viele Mitbürgern*innen auch: Hört das denn gar nicht auf? Das mag ja alles regelgerecht verabschiedet sein; sind aber wieder einmal 60.000 Quadratmeter versiegeltes Land zusammen mit weiteren Logistik-Centers in der Verbandsgemeinde und in nächster Nachbarschaft noch eine vertretbare Zukunftsperspektive für einen Landstrich wie die Südpfalz, die jetzt schon mit Schwerlastverkehr geflutet wird? Hat da nicht  -  fast zur gleichen Zeit  -  der Hagenbacher Stadtrat für das projektierte interkommunale Gewerbegebiet ein viel zukunftsfähigeres Signal gesendet mit seiner Absage an blinde Wachstumsgläubigkeit, die Flächenfraß und Verkehrslärm bringt, aber kaum oder wenig anständig bezahlte Arbeitsplätze?

 

Es muss die Frage erlaubt sein, was in Zukunft raumplanerisch aus der Südpfalz werden soll, wenn solche Trends ungebremst weitergehen sollen. Vielmehr sollte eine Arbeitsteilung für diesen gesegneten Landstrich gelten, wonach Großindustrie im Bereich der Rheinschiene konzentriert wird und der eher ländliche Bereich zwischen Rhein und Biosphärenreservat Pfälzerwald weiterhin geprägt sein soll von gewerblichem Mittelstand, Landwirtschaft und Tourismus. Ein mit der Pfalz-Card sich erfreulich entwickelnder Tourismus darf nicht abgewürgt werden durch immer belangloser werdende Landschaften. Dem Finanzbedarf der Kommunen kann auch anders abgeholfen werden: Nämlich durch Umsetzung einer vom Gemeinde- und Städtebund geforderten längst überfälligen Finanzreform zugunsten der Kommunen. Diesen werden von übergeordneter politischer Ebene immer mehr Aufgaben aufgedrückt, von denen sie oft nicht wissen, wie sie sie in ihren Etats unterbringen sollen.

Wenn Hornbach nun vom südpfälzischen Bornheim aus sage und schreibe fünfzig Bau- und Gartenmärkte im In- und Ausland mit einem gewaltig zunehmenden Verkehrsaufkommen bedienen soll, dann muss aber für diese neu geöffneten Verkehrsschleusen umgehend und ohne zeitliche Verzögerung der Weg frei gemacht werden für eine leistungsfähige Schienenanbindung  -  die es vor relativ wenigen Jahren ansatzweise schon einmal gegeben hat. In diesem Zusammenhang ist wieder einmal mit Nachdruck darauf hinzuweisen, dass die Verbandsgemeinde Offenbach/Qu. von zwei still gelegten Schienensträngen durchzogen wird. Nicht minder zu fordern ist ist die ausgiebige Nutzung der in der Südpfalz bundesweit einmalig reich vorhandenen Sonnenenergie auf den 24.000 Quadratmeter Fläche beanspruchenden Hallen des geplanten Cross-Docking-Centers. Schienentransport und Solarenergienutzung sind für ein modernes Unternehmen wie Hornbach in Zeiten einer sich nähernden Klimakatastrophe unabdingbar  -  schon für die Eigenwerbung.

Und für die Raumplanung der Südpfalz hat zu gelten: Intakte und vertraute Landschaft wird immer rarer; aber was kaputt ist, wird kaputt bleiben. Ein kollektives Gut  -  und dazu zählt auch Landschaft  -  muss endlich wieder reguliert werden; die Zeiten der Deregulierung sind endgültig vorbei.

Ulrich Mohr

BUND Südpfalz

Gartenstraße  21

76879 Hochstadt

Tel.: 06347-6630

P R E S S E M I T T E I L U N G

Nach Corona-Krise:

Umweltschützer drängen auf Neubewertung von Fernstraßenprojekt 22.06.2020

In Zeiten einer historisch einmaligen Belastung der öffentlichen Haushalte durch Corona-bedingte Rettungsmaßnahmen sei der durchgängig im Autobahnmodus durchzuführende  Ausbau der B 10 zwischen Landau/Pf. und Pirmasens neu zu bewerten; aus Kostengründen sei das Fernstraßenprojekt ein nicht mehr zu rechtfertigendes „Luxusprojekt“. Dies schreiben die Bürgerinitiative Queichtal und der BUND Rheinland-Pfalz in gleichlautenden Briefen an die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sowie an den rheinland-pfälzischen Verkehrsminister Dr. Volker Wissing (s. Anhang 1).

Dabei stützen sich die Autoren auf das ungewöhnlich niedrige Nutzen-Kosten-Verhältnis des Fernstraßenvorhabens. Ausgerechnet in den B 10-Abschnitten, auf denen das geringste Verkehrsaufkommen und wenig Pendlerverkehr gezählt wird, gleichzeitig aber gegen die Statuten des UNESCO-Projektes Biosphärenreservats Pfälzerwald-Vosges du Nord am teuersten und am extremsten Natur und Landschaft vernichtet werden würde, soll mit hohem finanziellem Aufwand der Weg frei gemacht werden für täglich 10.000 LKW im Europatransit. Für einen Verkehr also, für den das Straßburger Europaparlament vor geraumer Zeit zwei andere bereits vorhandene Magistralen festgelegt hat. Ein zusätzliches Fass ohne Boden für die Finanzierung dürfte das Basistunnelprojekt für Annweiler im Queichtal sein.

Niemanden scheint mehr zu interessieren, dass seit den 30-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts immer wieder – bis zu siebenmal – eine „Pfälzerwald-Autobahn von der Politik aus Kostengründen und wegen enormer topographischer Probleme verworfen worden ist (s. Anhang 2). Ein Kompromissvorschlag mit einem Kostenvolumen von ca. 35 Mio. Euro hatte während der 2. Mediation in den Jahren 2012/2013 am Ende gegen das Milliarden-Projekt „Pfälzerwald-Autobahn“ keine Chance.

Die Umweltschützer fragen sich: Was werden dazu wohl der Bund der Steuerzahler, der Bundesrechnungshof und ganz besonders das MAB-Nationalkomitee für die deutschen Biosphärenreservate zu sagen haben?

Und im Übrigen werde die bevorstehende beängstigende Haushaltssituation im Verein mit den bedrohlich näher kommenden Kipppunkten der Klimakrise eine entschiedene Wende in der Verkehrspolitik immer dringlicher erscheinen lassen. Wirtschaftliche Wiederbelebung muss in Zukunft auf anderen Wegen als über immer riskantere Großprojekte erreicht werden. Und: Das notleidende Pirmasens ist u. a. über die A 62 durchaus an die Rheinschiene angebunden.

 

Walter Herzog

Tel.: 06392-923697 / 015142553583

 

Ulrich Mohr                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         76846 Hauenstein

Tel.: 06347-6630    

P R E S S E M I T T E I L U N G

Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Südpfalz kritisiert Pläne für interkommunales Gewerbegebiet Hagenbach, Kandel und Wörth

und der Flächenfraß geht weiter.

„Monströs“ ist das erste Wort, das einem einfällt, wenn man sich die Übersichtskarten für das Planungsgebiet anschaut. Auf einer Fläche von fast 200 Fußballfeldern plant die Verbandsgemeinde Hagenbach zusammen mit der Verbandsgemeinde Kandel und der Stadt Wörth neue Gewerbegebiete auszuweisen. Der BUND sieht das ungebremste Fortschreiten der Flächenversiegelung in der Südpfalz äußerst kritisch.

Unsere Böden stellen eine endliche, nicht vermehrbare Ressource dar, deren Versiegelung negative Auswirkungen auf die Artenvielfalt, das Klima, den Hochwasserschutz und die Grundwasserneubildung hat. Die großflächige Ansiedlung von Betrieben im Landschaftsschutzgebiet Pfälzische Rheinauen, das in einem überschwemmungsgefährdeten Bereich liegt, wird vor allem die Landwirte in der Region bitter treffen. Den Bauern, die im „Letter of Intent“ übrigens mit keinem Wort erwähnt werden, entzieht man ihre Existenzgrundlage. Durch notwendige Ausgleichsflächen kommt es zu einem doppelten Verlust landwirtschaftlicher Fläche. Diese muss für den regionalen Anbau unserer Nahrungsmittel unbedingt erhalten bleiben.

Wo landwirtschaftliche Nutzung durch Beton verdrängt wird, bleibt auch kein Platz mehr für die Artenvielfalt und die Naherholung. Anstatt Hand in Hand mit den Landwirten Konzepte für die Bewahrung der ländlichen Offenlandlebensräume und eine nachhaltige Bewirtschaftung zu erarbeiten, liegt das Augenmerk auf den Gewerbesteuereinnahmen. Dass die erst einmal fließen müssen und die Erschließungs- und Ausgleichskosten für Gewerbe- und Neubaugebiete nicht unerheblich sind, zeigen Negativbeispiele aus anderen Kommunen. Dort sorgen die Folgekosten für Ausgleichsmaßnahmen und Infrastrukturerweiterung (z.B. zusätzliche Kindergärten und Schulen) für leere Geldbeutel.

Konjunkturelle Einbrüche bei den Gewerbesteuereinnahmen wie sie zur Zeit Wörth und Germersheim aufgrund der ausbleibenden Daimler-Gelder passieren, dürfen nicht zwangsläufig zu panikartigem Aktionismus bei der Neuausweisung von Gewerbegebieten führen.  Die Abhängigkeit von ‚großen‘ Steuerzahlern ist ein grundsätzliches Risiko. Das Argument der Arbeitsplätze sollte man ebenfalls in Frage stellen: die Kreise SÜW und GER hatten im Mai 2020 trotz der Corona-Krise

niedrige Arbeitslosenquoten, die weit unter dem Landesdurchschnitt liegen. Die massenhafte Ansiedlung neuer Firmen schafft erst neue Bedarfe an Straßen und Wohnraum, die wiederum zu Flächenfraß führen – ein Teufelskreis, den Hagenbach mit der Planung für das Baugebiet Nord V mit 130 Bauplätzen auf 8,7 ha schon fleißig weiter befeuert.

Falls besonders verkehrsintensive Betriebe in die Südpfalz kommen, wird auf die ohnehin stark belasteten Straßen noch mehr Verkehr zurollen. Diese Befürchtung teilt auch der Regionalverband Mittlerer Oberrhein (Ausgabe Die Rheinpfalz Pfälzer Tageblatt - Nr. 127, 3. Juni 2020).

In Anbetracht der globalen Klimaerwärmung kommt es auf jeden Quadratmeter unversiegelten Boden an! Das Plangebiet bei Hagenbach ist laut Regionalplan ein Vorbehaltsgebiet für den vorbeugenden Hochwasserschutz. Experten warnen, dass der Klimawandel einen Einfluss auf die Wassermenge bei Hochwasserereignissen haben kann.

Für Rückfragen:

Julia Dreyer, BUND Regionalbüro Südpfalz

Fon: 01794496042

Email: suedpfalz@bund-rlp.de

Bildmaterial:

Flächenverbrauch ohne Ende: BUND fordert engagierten Bodenschutz und ruft zur Briefaktion auf

Mainz. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz ist Mitzeichner der Resolution und des offenen Briefes des Bundesbündnis‘ Bodenschutz an die Bundeskanzlerin. Die Aufforderung lautet, den Flächenschutz endlich auf die politische Agenda zu setzen, wirksam die Flächenversiegelung zu begrenzen, die Flächenkreislaufwirtschaft umzusetzen und den Betonparagrafen 13b Baugesetzbuch (BauGB) auf keinen Fall wiedereinzuführen.

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Immer weniger Grundwasser in der Südpfalz

Offener Brief an Herrn Eberhart Hartel, Präsident des Bauern- u. Winzerverb. RLP Süd

Sendung „Natürlich“ im SWR-Fernsehen vom 17. 03. 2020, 18:15 Uhr; hier: Ihr Beitrag zum Thema Beregnungspraxis im Gemüseanbau in der Südpfalz

Sehr geehrter Herr Präsident Hartelt,

in der Tat hat sich in diesen Wochen ein anderes Thema in den Vordergrund geschoben. Erlauben Sie mir dennoch ein paar Gedanken zu Ihrer Stellungnahme anlässlich der im Betreff genannten Reportage:

  • Erfreulich fanden wir, dass Sie um eine argumentative Auseinandersetzung mit den Positionen der in dieser Thematik zusammenarbeitenden sechs Naturschutzgruppen bemüht waren. Ihre Vokabel „ausbalanciert“ für den Umgang miteinander hat uns gefreut.
  • Die Aussage, dass diese Art eines industriell betriebenen Gemüseanbaus für die inländische Versorgungssicherheit („nur 40 Prozent“) unverzichtbar sei, steht in einem erklärungsbedürftigen Kontrast zu der häufig zu beobachtenden Praxis, dass massenhaft  -  manchmal bereits geerntete und gebündelte  -  Pflanzen unverkauft wieder umgepflügt werden müssen. Nebenbei bemerkt: Ich habe in meiner Kindheit einen anderen Umgang mit Landprodukten eingeschärft bekommen.
  • Gemüseanbau in der Südpfalz geht auch anders. Das erweist sich u. a. am Beispiel eines ökologisch arbeitenden Betriebs mit Hofladen in der Verbandsgemeinde Offenbach/Qu. Auch dort wird bewässert, aber wesentlich umsichtiger. Auch ein Verdacht auf Verstöße gegen das geltende Bodenschutzgesetz ist bei diesem Betrieb noch nie aufgekommen.
  • Für die Zukunft einer breit gestreuten und der Landschaft verpflichteten Landwirtschaft in der Südpfalz, wie überhaupt für den bäuerlichen Familienbetrieb, ist es auf die Dauer tödlich, wenn ein einzelner Großbetrieb ohne Rücksicht auf den Flächenbedarf anderer Betriebe ungebremst expandieren kann, weil er schlicht ein Mehrfaches an Pacht zu zahlen vermag. Schon mit Fairness hat
  • im Übrigen dieses Exekutieren der Wachstumsideologie nichts mehr zu tun. Folge: „Wachsen oder Weichen“.
  • Nebenbei bemerkt: Ein auf schiere Größe, Expansion und Wachstum programmiertes Betriebskonzept hat Schwächen und ist verwundbar; das belegt z. B. die derzeitige Corona-Krise, bei der die existenzielle Abhängigkeit von osteuropäischen Arbeitskräften sichtbar wird.

Sehr geehrter Herr Präsident Hartelt, sollte es wirklich das Bestreben der Spitzen in Politik und Verbandswesen  sein, dass wir eine gesunde Landwirtschaft behalten mit überlebensfähigen und die natürlichen Grundlagen achtenden  Familienbetrieben, dann kommt es auf folgende Weichenstellungen an:

  1. Die Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP) muss endlich weg von einer Förderung, die fast ausschließlich die Fläche und damit oft auch die Bodenspekulation begünstigt.
  2. Das Marktgeschehen um landwirtschaftliche Erzeugnisse ist so zu reformieren, dass nicht Quasi-Monopole des Nahrungsmittelhandels über das Diktat bei den Erzeugerpreisen unsere Landwirte zum Spielball ihrer kurzfristigen und kurzsichtigen Geschäftsinteressen machen können. Wir müssen uns fragen, ob der Markt wirklich alles zum Wohl aller richtet. Sind industrielle Verfahren eins zu eins auf die Nahrungsmittelproduktion übertragbar?
  3. Es muss sich die Erkenntnis durchsetzen, dass Höfesterben und Artensterben im Grunde die zwei Seiten ein und derselben Medaille sind.

Ich denke, das wissen Sie.

 

Mit freundlichen Grüßen. Und bleiben Sie gesund!

(In Vertretung: Ulrich Mohr)

 

Di, 17.3.2020 18:15 Uhr, natürlich!, SWR Fernsehen

https://www.swrfernsehen.de/natuerlich/immer-weniger-grundwasser-in-der-suedpfalz-100.html

AUFRUF DES KLIMAWANDELS

 

WAS WIR ALLE DRINGEND ZU TUN HABEN:

 Alle Räte, Spitzen, Verwaltungen in Gemeinden, Städten und Kreisen, alle Unternehmen, ja die gesamte Bürgerschaft, alle sind aufgerufen zur Energiewende jetzt in den drei Hauptbereichen Strom, Verkehr, Wärme.  In der Kommune Landau sollen die Entscheider und Akteure ab sofort durch geeignete Erklärung und Aktion jeder Art nachhaltig für diese 12 Punkte sorgen:

Dateien zum Herunterladen:
190410 AUFRUF KLIMAWANDELS.pdf (410 kB)
190430 UnterschriftenblttAUFRUF KLIMAWANDELS .pdf (330 kB)


1. jährlich (in/ab 2019) mind. 2 MW an Photovoltaik/Solarthermie auf Gebäuden neu    anlegen,
2. in/ab Jahr 2020 jährlich mehrere WindKraftAnlagen zur Stromversorgung der Stadt/Region neu errichten,
3. nachweisen für die Jahre ab 2019: 5% pro Jahr sinkender Energieverbrauch (alle Energiearten) in öffentlichen und gewerblich-industriellen Bereichen,
4. innerörtlich mindestens 2 km pro Jahr an Radwegen und -spuren anlegen,
5. Tempo 30, auch 20/15  auf allen Straßen einführen bis 2021,
6. überall Vorrang für die dann bestehenden Radspuren, Vorrang des Kfz-Verkehrs endet,
7. kein weiteres Parkhaus oder ähnlich große Parkflächen mehr errichten,
8. Öffentlicher Verkehr u.a. mit Bahnausbau (2-gleisig nach Karlsruhe und Pirmasens, Oberleitung) in Höchstpriorität voranbringen,
9. ein regionales Programm im Mindestvolumen von 20 Mio. € pro Jahr auflegen zur maximalen Minderung der Energie- und Wärmeverluste in öffentlich, privaten und gewerblichen Bauten,  
10. Neu- und Umbauten nur mit Auflagen zum weitestgehenden Klimaschutz genehmigen,
11. öffentliche und Firmen-Haushalte an vorstehenden Zielen ausrichten, sofort alle widersprechenden beschlossenen und geplanten Ansätze (z.B. für Straßenbau) umwidmen,
12. aus Finanz- o.a. -Beteiligungen aussteigen, die fossile Energie-Wirtschaft unterstützen und somit klimaschädlich den Zielen 1-11 entgegenstehen: Kommunales DIVESTMENT.
 
Und: Wer sich bei Wahlen bewirbt, muss sichtbar für diese Ziele arbeiten, konkret vor Ort. Nur so verdient man/frau gewählt zu werden.

 

 

 

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) setzt sich für den Schutz unserer Natur und Umwelt ein, damit die Erde für alle, die auf ihr leben, bewohnbar bleibt.

Die Kreisgruppe Südpfalz trägt konkret mit  regionalen Projekten in der Region Germersheim, Südliche Weinstrasse und Landau zum aktiven Umweltschutz bei. Interessierte Bürger, passive Mitglieder und aktive Umweltschützer sind gleichermaßen bei uns willkommen. Kommen Sie einfach bei uns vorbei, schreiben eine Mail oder stöbern vorerst auf unserer Seite! 

- Achtung entfällt! - Mitgliederversammlung September 2020

Liebe Mitglieder,

die Vorsitzenden der Kreisgruppe planen derzeit eine Corona-konforme Mitgliederversammlung. Wie und in welcher Form die Mitgliederversammlung stattfinden kann, wird noch bekannt gegeben.

Viele Grüße und bleibt gesund!

Klimastreik am 25.9.2020

Am 25.9. geht es nach langer Pause wieder bundesweit auf die Straßen – zusammen mit Fridays For Future. Wir mobilisieren für starke EU-Klimaziele, einen Kohleausstieg 2030 und eine sozial-ökologische Transformation.
So wichtig uns die Proteste zum Schutze des Klimas sind, so wichtig ist uns auch, corona-konform zu demonstrieren und den Infektionsschutz einzuhalten. Wir protestieren mit Mund-Nasen-Bedeckung, halten Abstand und nehmen Rücksicht.

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