Kreisgruppe Südpfalz
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Hördter Rheinauen

Die wilde Auenlandschaft zwischen Sondernheim, Hördt und Leimersheim ist in Gefahr.

Der Laubfrosch ist ein typischer Bewohner der Hördter Rheinaue  (Sarah Kuffner)

Die Hördter Rheinauen sind nicht nur das älteste, sondern auch das zweitgrößte Naturschutzgebiet im Landkreis Germersheim. Sie beherbergen die größte zusammenhängende Auwaldfläche in Rheinland-Pfalz mit zahlreichen geschützten Tier-und Pflanzenarten und sind für den Naturschutz von überregionaler Bedeutung. Daher stehen wir einer Planung, die auf über 200 ha des Gebietes erhebliche Eingriffe vorsieht, sehr skeptisch
gegenüber. Denn in der Hördter Rheinaue ist der Bau eines Reserveraums für Extremhochwasser geplant, der bei einem 200jährigen Rheinhochwasser geflutet werden kann, wenn alle anderen Polder entlang des Oberrheins nicht ausreichen sollten. Es sollen sogenannte “ökologische Flutungen” durchgeführt werden, um die Natur auf potentielle künftige Überflutungen vorzubereiten. 

Reserveraum Hördt

Laichgewässer des vom Aussterben bedrohten Moorfroschs - durch wasserbauliche Maßnahmen akut gefährdet  (Sarah Kuffner)

Bereits 2023 erarbeitete der BUND Südpfalz gemeinsam mit anderen Ehrenamtlichen der regionalen Naturschutzverbände eine knapp 70seitige Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren für den Bau eines Reserveraums für Extremhochwasser in der Hördter Rheinaue. Die Stellungnahme enthält eine kritische Bewertung der geplanten Maßnahmen und deren Auswirkungen auf die Natur und den Artenschutz. Sie fordert umfassende Änderungen an den Planungen, um die ökologischen Schäden zu minimieren und die Anforderungen des Naturschutzes zu erfüllen. 

 

Die Hauptkritikpunkte haben wir hier zusammengefasst:

  • Kritik an den ökologischen Flutungen: Die positiven Auswirkungen auf Flora und Fauna werden angezweifelt. ​ Es wird befürchtet, dass die Flutungen zu einer Verschlechterung der Lebensräume führen, insbesondere für Amphibien und seltene Pflanzenarten. ​
  • Gefährdung von Amphibien: Arten wie Moorfrosch, Laubfrosch und Kammmolch sind durch die geplanten Maßnahmen stark gefährdet. Der Eintrag von Raubfischen in Laichgebiete wird als besonders problematisch angesehen.
  • Probleme durch die Flutrinne: Die Flutrinne könnte zu Sedimentation und Strömungsschäden in sensiblen Gewässern führen. Es wird eine Verlegung der Trasse und eine Abtrennung von Altgewässern gefordert.
  • Kritik an der Deichtrasse: Die geplante Trasse verläuft durch ökologisch wertvolle Bereiche und zerschneidet wichtige Lebensräume. ​ Eine alternative Trassenführung wird vorgeschlagen.
  • Auswirkungen des Klimawandels: Die Planung berücksichtigt nicht ausreichend die zukünftigen hydrologischen Veränderungen durch den Klimawandel, wie sinkende Sommerwasserstände.
  • Unzureichende Kompensationsmaßnahmen: Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind oft zu kleinflächig, unzureichend und teilweise ungeeignet, um die Verluste auszugleichen. ​ Es wird ein Verzicht auf Pestizide und eine nachhaltige Bewirtschaftung gefordert.
  • Bauzuwegung: Die Bauarbeiten und die damit verbundenen Straßen führen zu erheblichen Störungen und Verlusten von Lebensräumen. ​ Maßnahmen zur Minimierung der Auswirkungen werden gefordert. ​
  • Langfristige Schäden: Der geplante Waldumbau und die Überflutungen könnten zu einem Verlust wertvoller Waldtypen und Quartierbäume für Fledermäuse führen. ​

 

 

Warum unterstützen wir die Klage des NABU Rheinland-Pfalz?

Hochwasserschutz ist wichtig - doch der Erhalt unserer Biodiversität ebenso. In ihrer Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren haben die Umweltverbände in der Südpfalz zahlreiche Verbesserungsvorschläge gemacht, um die Hördter Rheinaue als einizgartigen Lebensraum zu schonen. Viele Populationen wurden in den Gutachten überhaupt nicht erwähnt, manche seltenen Arten sogar als nichtexistent erklärt. Das können wir nicht hinnehmen. Deshalb arbeiten wir mit den Kolleginnen und Kollegen von NABU und GNOR zusammen, um die gravierendsten artenschutzfachlichen Mängel der Planung gerichtlich feststellen zu lassen. Unsere Ehrenamtlichen haben zahllose Stunden mit der Sichtung von Unterlagen, bei Begehungen vor Ort und in Videokonferenzen verbracht. Unterstützen Sie unsere Arbeit deshalb mit einer Spende, jeder Euro hilft!

Für den Erhalt der Hördter Rheinaue!

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Exkursion zur Hördter Rheinaue

21. Februar 2026 ab 13 Uhr

Der BUND Südpfalz bietet gemeinsam mit Volker Ziesling (Forstdirektor a.D.) die Exkursion „Wasserbauliche und forstwirtschaftliche Maßnahmen im Zuge des Vorhabens ‚Reserveraum für Extremhochwasser Hördter Rheinaue‘ und Auswirkungen auf das Naturschutzgebiet“ an. Die Teilnahme ist kostenlos, es ist keine Anmeldung nötig. Treffpunkt: Wanderparkplatz Rheinstraße 21, 76771 Hördt

Die Lebensstätten der Urzeitkrebse sollen zugeschüttet werden, wodurch eines der letzten Vorkommen in RLP verloren gehen würde  (Sarah Kuffner)

Triops cancriformis ist ein Urzeitkrebs. Wenn Druckwassersenken in der Hördter Rheinaue im Frühsommer Wasser führen, entwickelt sich der Sommer-Kiemenfuß.